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Sanierungskonzept

Die Altstadtsanierung in Kastl wurde in der zweiten Hälfte der 1980er Jahre begonnen. Dafür wurde ein Sanierungskonzept in Auftrag gegeben und ein Sanierungsgebiet ausgewiesen. Von besonderer Bedeutung war bei den Überlegungen natürlich die Marktplatzgestaltung und die Anschlüsse Hohenburger Straße, Martin-Weiß-Straße und Klosterberg.

Mit großem Optimismus war der neue Marktgemeinderat mit seinem damals neuen Bürgermeister die Sache angegangen und eröffnete das Projekt auch mit einem Gestaltungswettbewerb, zu dem zehn Architekten geladen wurden. Ein Preisgericht wurde eingerichtet; der Bürgermeister und seine beiden Stellvertreter waren drin aber auch - und das war ein systemischer Fehler - vier auswärtige Fachmänner; einer davon vom Denkmalschutz und drei Architekten, die, mit relativ gut erkennbarer Arroganz, die örtlichen Vertreter majorisiereten.

Was den Kastler Vertretern gefiel, fanden die "Profis" im Preisgericht geradezu ekelhaft und was den sogenannten Profis gefiel, fanden die Kastler abstoßend; der dritte Preisträger gar, immerhin entlohnt mit einem stattlichen Geldbetrag, wollte eine Mauer quer auf dem Marktplatz errichten. Ein Guckloch hätte den Blick auf Rathaus und Brunnen ermöglicht. Je liebevoller, konkreter und realistischer ein Bewerber seinen Beitrag geplant und gezeichnet hatte, umso geringer war seine Chance beim Denkmalschützer und bei den Fachmännern zu landen.

Den ersten Preis und viel Geld erhielt also ein Architekt, der zur "verwirklichten" Gestaltung im Wesentlichen nichts anderes beigetragen hat, als in einen Tausender-Plan ein paar Linien quer zu zeichnen, die das quer verlaufende Pflaster des Markplatzes von Hauswand bis Hauswand symbolisierten und - einen Standort für den Brunnen fand er auch. Was er darüber hinaus noch geplant hatte, war so realitätsfern, wie die oben erwähnte Mauer, nämlich der Abbruch der Reiserbrücke, damit sie abgesenkt und vom Notarhaus weg gedreht in Richtung Anwesen Popp neu errichtet werden könnte. Dass diese Maßnahme nicht umgesetzt würde, war allen Beteiligten im Preisgericht klar, was aber für die Verleihung des Preises und der daraus resultierenden Verpflichtung zur Beauftragung mit der Planung nicht nachteilig war. Das heißt, man hätte schon einen anderen Architekten nehmen können, aber zahlen müsste man den Preisträger trotzdem.

Besonders der jüngste Kastler Vertreter wollte sich mit derartigem Vorgehen nicht einverstanden erklären und forderte Nachbesserungen. Details zu anbindenden Gässchen und Plätzen mahnte er an, weitere Vorschläge für die Möblierung des Platzes. Nach ein paar Jahren erkannten auch die älteren Mitstreiter im einstigen Preisgericht, dass mit dieser architektonischen Zuarbeit nichts zu gewinnen ist. Die Zusammenarbeit wurde beendet. Leider war nun aber der Marktplatz und - noch schlimmer - die Hohenburger Straße beim Altenheim schon gepflastert - unfachmännisch durch osteuropäische Arbeiter, die das noch nie gemacht hatten, extrem beschwerlich für Radverkehr und besonders für ältere Leute, weder für Gehhilfen noch für Kinderwägen geeignet und laut. Kein Wunder, dass die Bewohner der restlichen Hohenburger Straße Sturm liefen, als es darum ging auch ihren Abschnitt zu sanieren. So wurde dort asphaltiert - lieblos mit Betonrinne und ohne jeglichen Gedanken an Ortsgestaltung. Frustriert und inzwischen auch ohne Geldmittel verabschiedete man sich aus dem Projekt Altstadtsanierung.
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